Judo - offizielles Nachwuchsleistungszentrum der ARGE Judo BW
Budo-Club Karlsruhe auf Platz 1
Sieg in der 2. Judo-Bundesliga gegen Offenbach mit 8:6
Am ersten Kampftag der Judo-Bundesliga konnten unsere Mannschaft einen Sieg beim Geheimtipp für die Meisterschaft Samurai Offenbach einfahren. In einer spannenden Begegnung drehte die Mannschaft im zweiten Durchgang einen Rückstand noch um und ist damit der erste Tabellenführer der neuen Saison 2008.
Mit gemischten Gefühlen war unsere Mannschaft nach Offenbach gefahren, musste sie doch auf einen Großteil des Kaders verzichten, da sage und schreibe 25 Kämpfer aufgrund von Verletzungen oder Prüfungen nicht anwesend sein konnten. Darunter waren u.a. Schwergewichtsroutinier Josef Geddert und die komplette Mittelgewichtsriege der Aufstiegssaison.
Die erste Begegnung bestritt der Neuling im Kader, René Täuscher eigentlich ein 100 kg-Mann, im Schwergewicht gegen Uwe Pax. Diesen konnte er früh mit einem Uchi-mata werfen und seine hohe Führung gemütlich über die Zeit bringen. Mit Dominic Molz als einzigem echten 81 kg-Kämpfer an diesem Tag stellte Coach Schley gleich den 2. Neuling in der Saison auf die Matte. Dieser lieferte sich lange Zeit eine ausgeglichenen Begegnung mit Moritz Timm. Nach einem Ansatz von Dominnic Molz konnte Timm diesen aber am Mattenrand kontern und bekam vom Kampfgericht dafür Ippon zugesprochen.
Bis 73 kg dürfte Niklas Ebert seine Ligatauglichkeit unter Beweis stellen. Vor kurzem noch 3. auf den Deutschen Meisterschaften der Junioren und dafür ins Juniorennationalteam berufen, zeigte er auch auf der Bundesligamatte bei den Erwachsenen sein Potential. Pierre Besnard, südfranzösischer Serienmeister und ehemaliger Erstligakämpfer, war ein unangenehmer und erfahrener Gegner. Ebert konnte mit seiner Spezialtechnik Uchi-mata eine hohe Wertung erzielen und wusste sich dann den wütenden Gegenattacken seines Gegners zu erwehren und brachte unsere Mannschaft damit wieder in Führung.
In der 66er-Klasse musste Pascal Siegel sich dem Bosnier Armin Hamidovic schon nach kurzer Zeit nach einer Abtauchtechnik geschlagen geben.
Bis 100 kg gab Martin Welker nach langjähriger Verletzungspause wieder sein Comeback. Gegen Norman Lohrey zeigte er zu lange zu viel Respekt und geriet in Rückstand. Erst in der letzten Minute fand er ein Mittel Lohrey unter Druck zu setzen, konnte den Rückstand aber nicht mehr aufholen.
Peter Nowak zeigte seine ganze Routine, wie er sie schon in der Regionalliga zuverlässig gezeigt hatte. Gegen den jungen Hendrique Seidler war er wenig gefährdet und konnte mit einer Abtauchtechnik den Kampf vorzeitig für sich entscheiden.
Bis 90 kg gab Ralf Jungbauer nach fast 15 Jahren sein Comeback für uns. Nach Stationen in Ettlingen und Speyer wird der Routinier seine Karriere bei seinem ersten Bundesligaverein ausklingen lassen. Mit Wernher Hauck hatte er einen unangenehmen Linkskämpfer gegen sich, dessen Wurfansätze immer wieder brandgefährlich waren. Jungbauer hielt gut dagegen und konnte Hauck ebenfalls mehrfach gefährden. Schließlich stieg Hauck in einen Innenschenkelwurf ein, den Jungbauer gekonnt auskonterte. Unverständlicherweise gaben die Kampfrichter die Wertung jedoch Hauck. Offenbach ging damit zur Halbzeit mit 4:3 in Führung.
Für die Rückrunde kamen mit Timon Kuntz, Sebastian Hohlschuh und Patrick Puls drei neue Leute.
René Täuscher bekam es mit dem um eine Klasse aufgerückten Norman Lohrey zu tun. Auch hier überzeugte der Neuzugang, wieder und gewann vorzeitig mit Uchi-mata.
Mit Timon Kuntz trat ein 73 kg-Kämpfer dann in der 81er-Klasse an. Er musste sich mit Moritz Timm auseinandersetzen und konnte lange Zeit gut gegenhalten. Einen Beinfasser Timms versuchte Kuntz zu übernehmen und rollte sich dabei unglücklich ab, so dass die Begegnung an den Offenbacher ging.
Niklas Ebert erhielt seinen zweiten Einsatz bis 73 kg gegen Ingo Schäfer. Der Böblinger im Offenbacher Team war noch aus Erstligatagen bekannt, als er für den KSV Esslingen auf die Matte ging. Doch auch hier zeigte Ebert, dass man sich beim Karlsruher Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Konzentriert nahm er Schäfer immer wieder dessen Griff ab, bis er bei einem Ansatz gegendrehen konnte. Er erreichte so wieder vorzeitig den Sieg und den Ausgleich für unsere Mannschaft.
Mit Patrick Puls kam ein frischer Mann bis 66 kg. Auch er trat gegen den Bosnier Hamidovic an.
Diesem machte er lange Zeit den Kampf schwer, geriet aber am Boden in eine Würgetechnik und musste sich geschlagen geben.
Ralf Jungbauer war in die 100 kg aufgerutscht und trat dort gegen Jasko Handanovic an. Hier zeigte er seine ganze Erfahrung und nutze ein ums andere Mal die Angriffe des Serben aus, um diesen auszuheben und zu kontern. Trotz hoher Führung arbeitete er weiter und wurde schließlich nach einem spektakulären Ura-nage mit dem Sieg belohnt.
Dann hatten die Mannschaft auch noch Glück. Brian Miles-Smith, einer der führenden Kämpfer im Leichtgewicht in Deutschland, trat verletzungsbedingt gegen Peter Nowak nicht an. Dieser gewann damit kampflos und unsere Mannschaft konnte in Führung gehen.
Die Sensation sollte dann Sebastian Hohlschuh perfekt machen. Er gab sein Debüt in der Bundesliga und musste sich gegen den starken Wernher Hauck durchsetzen. Hauck ging schnell in Führung, Hohlschuh steckte aber nicht auf und wehrte sich verbissen gegen den Offenbacher. Schließlich gelang es ihm den Offenbacher fast reflexartig bei einer Eindrehbewegung gegenzudrehen und voll auf den Rücken zu werfen. Damit war der erste Sieg unserer Mannschaft nach der Rückkehr in der Bundesliga perfekt.
Am kommenden Samstag werden wir in eigener Halle das Team aus der Karlsruher Partnerstadt Halle empfangen. Dieses verspricht eine sehr spannende Begegnung zu werden, da der SV Halle mit Michael Möbius und Timo Prellwitz zwei der stärksten deutschen Judoka im Mittelgewicht besitzt. Zudem kennt man das Hallenser Team bereits aus dem vergangenen Jahr, als die Mannschaft nur durch die Unterbewertung den Aufstieg perfekt machen könnte. Mit einem vollen Haus im Rücken hoffen wir den Platz an der Tabellenspitze noch einen weiteren Kampftag inne halten zu können.
Kampfbeginn ist um 18.00 Uhr in der Alten Reithalle in der Blücherstraße.
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