Kerstin WagnerLiga, Aktuelles, Judo

Judo-Bundesligist startet in Leipzig in die neue Saison

Vor einem Monat sind die Frauen des Budo-Clubs Karlsruhe (BCK) mit einem Sieg in die neue Bundesligasaison gestartet. Jetzt wollen es ihnen die männlichen Judoka bei ihrem Saisonauftakt in der Südgruppe der Bundesliga beim JC Leipzig an diesem Samstag (11.30 Uhr) nachmachen. Keine leichte Aufgabe für die Mannschaft der beiden neuen Teamkapitäne Joris Schleer und Egor Nikitin, die Daniel Reimer, der berufsbedingt kürzertreten muss, als Doppelspitze „beerbt“ haben.

Während der BCK in dieser Saison noch keinen Kampf bestritten hat, waren die Sachsen schon im Einsatz und mussten sich beim JSV Speyer mit 6:8 geschlagen geben, boten aber bei einem der Top-Teams der Liga eine starke Leistung. Die müssen die Männer des BCK in Leipzig auch bieten, um eine Chance gegen ein Team zu haben, das für die neue Saison personell aufgerüstet hat und sich besser präsentieren möchte als im Vorjahr, als nur Platz sechs in der damaligen Siebener-Liga zu Buche stand. In dieser Saison umfasst die Liga nur noch sechs Mannschaften, da die TSG Backnangihr Team abgemeldet hat. Dennoch ist die Liga neben dem BCK mit Rekordmeister TSV Abensberg, dem JSV Speyer, JC Leipzig, JC Offenbach und Aufsteiger JC Rüsselsheim prominent besetzt.

Und so kann für die Karlsruher Judoka das erste Ziel nur lauten, sich auch im dritten Erstligajahr zu behaupten und wie in der vergangenen Saison (Platz fünf) möglichst früh nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Nikitin spricht sogar davon, „dass wir besser abschneiden wollen als in der vergangenen Saison“. Er begründet seinen Optimismus damit, „dass wir alle unsere Leistungsträger halten konnten, uns in einigen Gewichtsklassen verstärkt haben, und wir alle im vergangenen Jahr weiter Erfahrungen auf Erstliganiveau gemacht haben“.

Wie Julian Mandel. Der 20-Jährige verkörpert im besten Sinn die Philosophie des BCK, auf Eigengewächse zu setzen, die beim Budo-Club im Nachwuchsleistungsbereich ausgebildet werden. Als Fünfjähriger tollte Mandel, der aus einer Judo-Familie kommt, beim BCK schon auf den Matten herum, bestritt mit 15 seine ersten Kämpfe im Männerteam, damals noch in der 2. Bundesliga. Er ist mit dem Team 2024 aufgestiegen, kämpft jetzt im dritten Jahr erstklassig und ist in seiner Gewichtsklasse (bis 81 Kilogramm) einer der Leistungsträger der Mannschaft. Für Fabian Schley, Geschäftsführer des BCK, gehört Mandel „mit zu den besten Kämpfern, die wir in unseren Reihen haben“, lobt er den jungen Mann, der mit Leipzig noch eine Rechnung offen hat. In der vergangenen Saison wurde ihm beim damaligen 8:6-Heimsieg über die Sachsen in seinem Kampf gegen Lennart Slamberger eine Wertung in der Verlängerung aberkannt und er verlor das Duell, was ihn noch heute wurmt. Entsprechend motiviert lässt ihn dies in die Begegnung in der Sporthalle Brüderstraße gehen. „Wir wollen in Leipzig gewinnen, auch wenn dies schwer wird. Aber wir haben gut trainiert und haben auch einige neue Kollegen dabei, die uns sicher gut verstärken können.“

Zu diesen Verstärkungen gehört Vojin Mandic. Der 22-Jährige, der bei den letztjährigen U23-Europameisterschaften Bronze in der Kategorie bis 90 Kilo gewann, ergänzt die „Serben-Fraktion“ beim Budo-Club, zu der neben BCK-Urgestein Vladimir Gajic auch Igor Vracar (über 100 kg) und Milan Bulaja (bis 100 kg) gehören. Während Bulaja, der im vergangenen Jahr in der U23 sowohl Europa- als auch Weltmeister wurde, in Leipzig nicht dabei sein kann, wollen Mandic und Vracar dort Punkte holen.

Text: Harald Linder / Badische Neueste Nachrichten