Budo-Club Karlsruhe verpasst gegen JC Rüsselsheim wichtige Zähler im Kampf um den Klassenverbleib.
Karlsruhe. Daniel Reimer haderte. Mit sich und der knappen 6:8(3:4)-Niederlage seines Budo-Clubs Karlsruhe (BCK) im Heimkampf der 1. Judo-Bundesliga Süd gegen den JC Rüsselsheim. Mit sich, weil er in seinem Kampf gegen Rüsselsheims Denis Hamidovic bis 22 Sekunden vor Kampfende mit einer kleinen Wertung (Yuko) in Führung lag, seinem Gegenüber dann aber mit einem Waza-ari eine höhere Wertung und den Sieg in diesem Duell (bis 73 Kilogramm) überlassen musste.
Es war einer der Schlüsselkämpfe in einem umkämpften Vergleich, der an die Gäste ging und für Frust im BCK-Lager sorgte. Es war nach dem 6:8 in Leipzig zum Ligaauftakt die zweite recht unglückliche Niederlage der BCK-Männer – und die setzt die Mannschaft der beiden neuen Teamkapitäne Egor Nikitin und Joris Schleer für den weiteren Verlauf der Saison unter Druck.
„Wir haben alles gegeben und hatten in einigen Kämpfen auch nicht das Glück auf unserer Seite“, meinte denn auch ein enttäuschter Nikitin, der aber auch anerkennen musste, dass der Aufsteiger aus Hessen in einigen Gewichtsklassen besser besetzt war als seine Mannschaft. So bot zwar der serbische BCK-Neuzugang Vojin Mandic in der Klasse bis 90 Kilogramm gegen Rüsselsheims Frank De Wit zweimal einen beherzten Kampf, aber am Ende musste der Bronzemedaillengewinner der letztjährigen U23-EM dem Top-Mann aus den Niederlanden, der schon einige Medaillengewinne bei Welt- und Europameisterschaften aufzuweisen hat, den Sieg überlassen. Der Niederländer in Diensten des JC Rüsselsheim ist ein Beispiel dafür, dass die Hessen alles andere als ein „normaler“ Aufsteiger sind. Rüsselsheim hat sich zum Teil aus dem Fundus der TSG Backnang bedient, die ihre Männermannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen hat, und unterstrich seine Konkurrenzfähigkeit nachhaltig.
Dennoch war für den BCK mehr drin als diese bittere Niederlage. Nicht nur für Daniel Reimer, der in seinem ersten Duell nach acht Minuten Kampfzeit gegen Nikita Hrek im Golden Score erfolgreich war, wäre ein Sieg gegen Hamidovic möglich gewesen. Auch der erst 17-jährige Max Oesterwind, der sein erstes Duell in der Klasse bis 60 Kilogramm gegen Rüsselsheims Kai Lange verlor, zeigte bei seinem Erfolg über diesen im zweiten Durchgang, wie knapp Sieg und Niederlage an diesem Kampfabend beieinanderlagen. In diesem machten die Erfolge der BCK-Eigengewächse Maxim Malsch und Julian Mandel, die ihre Kämpfe in der Klasse bis 81 Kilogramm souverän gewinnen konnten, und der serbische Junioren-Weltmeister Milan Bulaja, der in der Klasse bis 100 Kilogramm mit seinen Gegnern wenig Federlesen machte, Hoffnung, in den beiden Heimkämpfen gegen den JC Offenbach (13. Juni) und gegen den JC Speyer (28. Juni) doch noch die Punkte für den Ligaverbleib zu holen.
Egor Nikitin und Joris Schleer sind jedenfalls davon überzeugt, „dass wir das schaffen werden“, auch wenn die Enttäuschung nach der zweiten Saisonniederlage zunächst überwog.
Text: Harald Linder/BNN vom 27. April 2026
