Die Deutschen Meisterschaften im Kyudo in 2026 liegen nun hinter uns. Wie bei Wettkämpfen üblich, ist eine grundlegende Nervosität vorhanden. Verstärkend kamen bei den Wettkämpfen am letzten Wochenende noch die Temperaturrekordwerte hinzu. So entsprach die gefühlte innere Körpertemperatur nahezu den Äußeren 40 Grad in der Dragonerhalle.
Den Zuschauern jedenfalls konnte man nicht auf den ersten Blick ansehen, ob sie mit den Wettkämpferinnen und Wettkämpfern mit fieberten oder ob der hitzige Schweißausbruch den Umgebungstemperaturen geschuldet war.
Zum Mitfiebern gab es auch ausreichend Gelegenheit, denn in einer Vorrunde mit jeweils zwei Pfeilen mussten sich die teilnehmenden Kyujin erst qualifizieren. Sei es bei den Sempai, dass sie mindestens 50% Treffer erzielen mussten oder bei den Einzelmeisterschaften, bei denen die Stilbewertung ausschlaggebend war, welche der 30 Kyujin dann in den Wettkampf der Besten 15 kommen werden.
Das alleine reichte schon, um die unvergleichliche Atmosphäre erfahrbar zu machen. Aber der Wettkampf hatte noch mehr zu bieten. Bei jedem der Wettkämpfe gab es einen Kyujin, der sich früh an die Spitze absetzte. Auf den Plätzen 2 und 3 war dann umso mehr Spannung, da das „Feld“ sehr eng beieinander war.
Bei den vier Sempai-Teilnehmern entschied Markus Hanssler mit 9 Treffern klar den Wettkampf für sich. Gefolgt von Shigeyasu Kameo mit 6 Treffern und Feliks F. Hoff mit 5 Treffern.
Bei den Einzelmeisterschaften sah es ähnlich aus. Hier konnte sich Bernhard Weller mit 7 Treffern den Meistertitel holen. Punktegleich mit 6 Treffern gingen Anna Rykov und Jan F. Ruzicka ins Stechen, das Jan für sich entscheiden konnte. Mit nur einem Treffer weniger zeigte sich, wie eng das Feld ist. Hier gab es fünf Kyujin, die nur knapp einen möglichen Titel verpasst haben. Bei der vorrausgehenden Stilbewertung konnte sich Andrea Knafla mit 28,4 Punkten den Titel holen.
Bei der Mannschaftsmeisterschaft, bei der diesmal sieben Landesverbände antraten, kam die Spannung zum Höhepunkt und die Deutsche Meisterschaft zum Abschluss. Hier war Bayern mit 22 Treffern führend, dicht gefolgt mit 21 Treffern von Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. So war ein Stechen um Platz 2 und 3 angesagt, welches Nordrhein-Westfalen für sich gewinnen konnte. Den 3. Platz konnte sich Hamburg erkämpfen.
Nach Abschluss der Wettkämpfe ergab sich folgendes Bild:
39. Deutsche Sempai-Meisterschaft
Platz 1 – Markus HANSSLER (Niedersachsen) 9/12
Platz 2 – Shigeyasu KAMEO (Nordrhein-Westfalen) 6/12
Platz 3 – Feliks F. HOFF (Hamburg) 5/12
48. Deutsche Einzel-Meisterschaft
Platz 1 – Bernhard WELLER (Baden-Württemberg) – 7/10
Platz 2 – Jan Filip RUZICKA (Hessen) – 6/10 (nach Stechen)
Platz 3 – Anna RYKOV (Hessen) – 6/10
Stilpreis – Andrea KNAFLA (Berlin) – 28,4 Pkt.
48. Deutsche Mannschafts-Meisterschaft
Platz 1 – Bayern – 22/36N. WOLFSTEINER, J. BUCHS, M. LENZ, M. GRIESMANN
Platz 2 – Nordrhein-Westfalen – 21/36 (nach Stechen)P. FEY, M. TOYAMA, K. WORONOW, A. LÜTTRINGHAUS
Platz 3 – Hamburg – 21/36 (nach Stechen)H. MINX, M. KRAMER, F. F. HOFF, C. BRANDL-HOFF
Es war ein tolles und spannendes Wettkampfwochenende, welches durch die vielen Helfer und Unterstützer zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Vielen Dank an alle, die sich so zahlreich eingebracht haben!
