Die Vorzeichen für einen Erfolg bei den Deutschen Judo-Meisterschaften in Duisburg standen für Maxim Malsch nicht unbedingt günstig. Der Judoka vom Budo-Club Karlsruhe (BCK) hatte sich zwei Tage zuvor eine Rippenverletzung zugezogen und war alles andere als ein Kandidat auf einen der vorderen Plätze in der Klasse bis 81 Kilogramm. Zumal dort einige Athleten am Start waren, die auch schon internationale Erfolge aufzuweisen hatten – darunter mit Tom Droste, dem späteren Drittplatzierten, immerhin der Vize-Europameister mit dem Team Deutschland und mit Dominic Ressel der Olympiafünfte der Spiele von Tokio und Favorit bei diesen Meisterschaften. Also beileibe keine Namenlosen, denen Malsch da gegenüberstand. Doch der 21-Jährige konnte beide bezwingen, und dies mit einer Deutlichkeit und Souveränität, die man so nicht erwarten durfte. Und so stand der junge Athlet am Ende auf dem obersten Treppchen, hatte die Goldmedaille um den Hals und konnte selbst kaum fassen, dass er 13 Jahre nach Dino Pfeiffer wieder einen deutschen Meistertitel bei den Männern für den BCK geholt hatte. Es war Malschs bislang größter sportlicher Erfolg im deutschen Judosport. Entsprechend wurde er danach gefeiert und beim Heimkampf des BCK am vergangenen Wochenende gegen Offenbach auch von BCK-Präsidentin Kerstin Wagner und Abteilungsleiter Fabian Schley unter dem Beifall der Zuschauer und der beiden Teams geehrt.
Dass der junge Mann, der in Baden-Baden geboren wurde und in Steinbach schon als Fünfjähriger mit Judo begann, Talent hat, zeigte sich früh. „Meine Mutter hat mich mit fünf Jahren beim Judo angemeldet. Als Kind hatte ich viele Hobbys, darunter Schach, Schwimmen, Judo, Geige und Klavier. Am Ende habe ich mich aber für Judo entschieden“, erinnert er sich an seine Anfänge, die ihn über den Dokan Bühl schließlich zum Budo-Club Karlsruhe führten, wo er die besten Trainingsbedingungen vorfand. Auch wenn er dafür reichlich Zeit im Regionalzug von Baden-Baden, wo er zur Schule ging, zum Training in der Fächerstadt zubrachte. Im Alter von 14 Jahren dann der Umzug nach Karlsruhe, wo er in der Judo-WG des BCK wohnte und im Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) zur Schule ging. Dort machte er auch sein Abitur und studiert mittlerweile Maschinenbau an der Fakultät Maschinen und Systeme der Hochschule Esslingen. Das passt auch dahingehend, dass er im Olympiastützpunkt (OSP) in Bad Cannstatt trainiert. Rund zehn Einheiten pro Woche verbringt er auf der Judomatte. Es hat sich gelohnt für Malsch, der zunächst in der Klasse bis 73 Kilogramm kämpfte und dort zwei Mal Deutscher Hochschulmeister wurde. Dann der Wechsel in die 81-Kilogramm-Klasse, wo er ein Jahr brauchte, um sich zurechtzufinden, was ihm mittlerweile nachdrücklich gelungen ist. Sein nächstes Ziel sind die U23-Europameisterschaften Ende Oktober in Neapel, für die er sich qualifizieren möchte.
In seiner Freizeit, die er am liebsten bei der Familie und mit Freundin Isabelle verbringt, die er im OHG kennnengelernt hat, spielt er leidenschaftlich gern Schach. Hier sitzt er beim Schachverein in Baden-Baden für die achte Mannschaft am Brett. Zuletzt hatte er sogar an den Grenke Open, dem größten Schachturnier der Welt in Karlsruhe, mitgespielt, was ihm sehr viel Spaß gemacht hat. Wie auch der Titel eines Deutschen Meisters im Judo, den er sich in Duisburg geholt hat.
Zur Person:
Maxim Malsch (Judoka)
Geboren am 21. November 2004 in Baden-Baden. Verein: Budo-Club Karlsruhe (BCK). Gewichtsklasse: bis 81 Kilogramm. Größter Erfolg: Deutscher Meister 2026. Trainiert am Olympiastützpunkt in Bad Cannstatt. Ausbildung: Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe (OHG). Studiert Maschinenbau in Esslingen. Spricht fließend russisch (Mutter kommt aus Moskau, Vater aus Baden-Baden). Spielt gerne Schach. Musik: Großer Jazzfan, hört aber auch russischen und englischen Rap. Urlaub: Neben Malediven, Sansibar oder Bali , sehr gern in Ägypten zum Windsurfen.
Foto: Deutscher Judobund
Text: Harald Linder, BNN: 19./20.06.2026
