Anke KaiserJudo, Liga

Lust und Frust beim BCK

Judo-Frauen des Budo-Clubs Karlsruhe qualifizieren sich für Play-offs

Jubel bei den Frauen, Frust bei den Männern: Unterschiedlicher konnten die Gefühlslagen beim Doppelheimkampftag des Budo-Clubs Karlsruhe (BCK) nicht sein. Während die Judo-Frauen des BCK in der Süd-Ost-Gruppe der Bundesliga mit 9:5 (4:3) gegen den VfL Sindelfingen den dritten Sieg im vierten Kampf feiern konnten, gingen die Männer nach einer 5:9 (3:4 )-Niederlage gegen Offenbach auch im vierten Saisonkampf in der Südliga als Verlierer von der Matte.

Die Frauen haben nach dem Erfolg über Sindelfingen wie schon im Vorjahr die erneute Teilnahme an den Play-offs um die Qualifikation für das Final-Four um die deutsche Meisterschaft sicher. Zumal neben den jeweiligen Gruppenzweiten der drei Ligen (Süd-Ost, Süd-West und Nord-Ost) auch die zwei besten Gruppendritten an den Play-Offs teilnehmen. Und da sind die Judo-Frauen des BCK vor dem letzten Kampftag nicht mehr zu verdrängen. Dennoch will die Mannschaft von Teamkapitänin Anke Kaiser die Liga auf Platz zwei abschließen und diese Anwartschaft mit einem weiteren Sieg am letzten Kampftgag (4. Juli) beim punktlosen Schlusslicht SC Gröbenzell untermauern. Es war ein hartes Stück Arbeit, bis der Sieg gegen Sindelfingen in trockenen Tüchern war, denn auch der VfL hätte mit einem Erfolg in der gut besuchten „Alten Reithalle“ noch eine Chance auf die Play-offs gehabt.

Männer-Team verliert gegen Offenbach

Da Sindelfingen die 52-Kilomgramm-Klasse nicht besetzt hatte, gingen diese beiden Punkte an die BCK-Frauen, bei denen allerdings auch Anna-Mariya Manusheva (bis 78 kg) verletzungsbedingt kampflos einen Punkt abgab. Punktegaranten für die BCK-Kämpferinnen waren Salome Steinebrunner (bis 63 kg), die ebenso souverän ihre Kämpfe gewann wie Christina Blanaru (bis 57 kg). Mehr Mühe hatte Jessica Lindner (bis 48 kg), aber die routinierte 34-Jährige zeigte sich nervenstark. Auch sie ging in ihren beiden Kämpfen als Siegerin von der Matte. Ein besonderes Kunststück vollbrachte Lisa Oberföll, die in ihrem zweiten Kampf aus der 70-Kilo-Klasse ins Schwergewicht ( +78 kg) hochrückte und dort die deutsche Vizemeisterin Aylin Mill, die deutliche Gewichtsvorteile hatte, besiegen konnte.

Weitaus schlechter lief es bei den Männern des BCK. Auch gegen Offenbach gelang dem Team von Joris Schleer und Egor Nikitin nicht der erhoffte Sieg. Zwar steuerten Julian Mandel (bis 90 kg) und Igor Varcar (+100 kg) jeweils zwei Punkte für das Heimteam bei, aber ansonsten konnte nur noch Daniel Reimer (bis 73 kg) für die verletzunsgeplagten BCK-Männer punkten. Denen fehlte nicht nur ihr Junioren-Weltmeister Milan Bulaja (bis 100 kg), der sich das Schlüsselbein gebrochen hatte. Auch Maxim Malsch (bis 81 kg), der vor einer Woche in Duisburg bei den deutschen Einzelmeisterschaften den Titel in seiner Gewichtklasse gewonnen hatte, konnte verletzungsbedingt nicht mitwirken, wurde in der Halbzeitpause aber unter großem Beifall der Zuschauer für diesen Erfolg geehrt.

Foto: Peter Hennrich, Text: Harald Linder, BNN 15.06.26